Historische Daten zur Gasmaschinenzentrale

Zurück zur
Startseite

07.04.1921 Die Aktienmehrheit der Eisenwerkgesellschaft Maximilianhütte Sulzbach-Rosenberg geht in den Besitz des Saarbrückener
Stahlmagnaten Dr. Robert Röchling über. Dieser übernimmt auch den Vorsitz im Aufsichtsrat der Gesellschaft. Die Generalversammlung
beschließt den Ausbau des Werkes Maxhütte Unterwellenborn zu einem gemischten Hüttenbetrieb. In diesem Zusammenhang wird der Bau
des neuen Industriekraftwerkes Gasmaschinenzentrale für die Gegebenheiten im Umfeld der Maxhütte und für die zu erwartenden Produk-
tionskennziffern vorausschauend konzipiert.

02.11.1921 Bestellung von drei MAN-Gasgebläsemaschinen Typ DTG 12 zur Erzeugung von Glaswind für die Hochöfen.

28.11.1921 Bestellung einer Thyssen-Gasgebläsemaschine Typ DTG 14 zum Blasen der Thomasbirnen im Stahlwerk; einer Thyssen-
Kombinierten Gasdynamo-und Gasgebläsemaschine Typ DTG 14, sowie von zwei Gasdynamomaschinen Typ DT 14 zur Erzeugung von
Elektroenergie.

Jan. 1922 Beginn des Baus der Gasmaschinenzentrale und der Gasreinigung als erster Bauabschnitt der Erweiterung des Werkes
Unterwellenborn.

Jan. 1923 Der Rohbau ist abgeschlossen.

Okt. 1923 Dach der neu gebauten Gasmaschinenzentrale wird unter Verwendung von Rahmenbetonteilen gedeckt.

1924 Einsetzende Rezession, Einstellung der Bauarbeiten, Massenentlassungen.

1926 Nach fast zweijähriger Unterbrechung werden die Baumaßnahmen wieder aufgenommen (Gasmaschinenzentrale, Gasreinigung, Schalthaus)

1928Alle Gasmaschinen sind aufgestellt und das Bauvorhaben gilt als abgeschlossen, kleinere Restarbeiten ziehen sich bis 1929 hin.

09.04.1945 Amerikanische Luftangriffe, es entstehen Schäden an der Gasmaschinenzentrale, an den Gichtgas-, Wind-
und Wasserleitungen sowie dem Gasometer. Die Produktion kommt zum totalen Stillstand.

Jan. 1946 In der Kompressorenstation wird ein altes Dampf-Kolbengebläse instand gesetzt. Am 4.2.1946 erfolgte mit dieser Maschine
das Anblasen des Hochofens II.

1948-1950 Verlängerung des Maschinenhauses an der westlichen Stirnseite für zwei Dampf-Turbogebläse für Hochofenwinderzeugung
und eine BrownBoveri-Dampfturbine zur Stromerzeugung. Am gleichen Hallenende entstand für diese Anlage der Kühlturm West.
Zur Stabilisierung der Dampfsituation nahm das Kesselhaus West den Betrieb auf.

22.11.1950 Die die 8m lange Kurbelwelle der Gasdynamomaschine 2 brach. Am 3. Juli 1953 wurde sie mit der in eigener Regie
reparierten Kurbelwelle wieder zugeschaltet.

1951/52 Einbau von zwei Stahlwerk-Turbogebläsen (1 und 2) im Keller des Kesselhausanbaus der Gasmaschinenzentrale.
Es waren dieMaschinen mit dem höchsten jemals in der Abteilung gemessenen Lärmpegel.

1954/56Aufbau von 2 Hochofen-Turbogebläsen (3 und 4) im westlichen Anbau

1956/57Ein Anbau mit Sozialräumen wird an der westlichen Hallenseite, in Kellerhöhe, geschaffen.

1956 Abbau der MAN-Gasgebläsemaschine 1, dafür Aufbau der Hochofen-Turbogebläse 5 und 6 auf deren Fundament
in den Jahren 1956/57.

Ende 50er - Anfang der 60er Lärmschutz für alle Turbogebläsemaschinen, Bau von Kabinen für Bedienpersonal.

1962/63 Abbau der MAN-Gasgebläsemaschinen 2 und 3, Umsetzung der Kompressoren 21 und 22 aus der Kompressorenstation in die Gasmaschinenzentrale.

1966 Bei der Reparatur des Daches der Gasmaschinenzentrale fand man im Gebälk zwei, von
den Bauarbeitern beschriftete, Bretter, die Auskunft über die schweren Lebensbedingungen in
dieser Zeit geben. (Ein Brett konnte für die Sammlung des Museums gesichert werden.)
Ausschnitt aus der Vorderseite des Brettes. Der Text lautet: "Paul Hartmann, geb. am 23. November
75 zu Triptis (Thür) Wir leben in schwerer Zeit heut schreiben wir den 9. Oktober 1923. Die Butter
kostet 1/2 Pfd. 80 Millionen Text der Rückseite: verdient haben wir hier 757 Millionen. Der Zentner
Kartoffeln kostet 248 Millionen. Wir werden von den Kapitalisten ausgebeutet.

1968/69 Aufbau der Hochofen-Turbogebläse 7 und 8 und Errichtung einer neuen Schaltwarte. Dez. 1968 nahm das Stahlwerk -
Turbogebläse 3 den Glasbetrieb auf, dafür werden die zwei Thyssen-Gasgebläsemaschinen, eine Maschine davon die so genannte
Kombinierte, verschrottet.

ab 1970 Aufbau der vier Winkelverdichter der Zwickauer Maschinenfabrik als Ersatz für die TR-Reihe zur Sicherung des erhöhten
Druckluftbedarfes.

1974 Der in der Maxhütte entwickelte "Bodenblasende Sauerstoffkonverter" zur Stahlerzeugung machte im Mai 1974 die für das
Windfrischen gebauten Stahlwerk-Turbogebläse 1 bis 3 überflüssig. Der fast ein halbes Jahrhundert von der Gasmaschinenzentrale
zum Thomas-Stahlwerk strömende Blaswind wurde eingestellt.

1976 Gasdynamo 2 wurde verschrottet bzw. als Ersatzteillieferant für Gasdynamo 3 genutzt.

1978 Inbetriebnahme einer Umformer-Anlage zur Fernwärmeerzeugung für das Wohngebiet Gorndorf. Der Heizdampf
wird aus dem Kesselhaus bezogen und in der Gasmaschinenzentrale zu Warmwasser umgeformt.

1986 Im Zuge der Einführung des Feststoffkonverter-Verfahrens in der Maxhütte wurden zwei 8 atü Turboverdichter der Pumpen- und
Gebläsewerke Leipzig montiert.

Ende 1988 wurde die letzte verbliebene Großgasmaschine, die Gasdynamomaschine 3, nach 65 Jahren Betriebsdauer stillgesetzt und
zum technischen Denkmal erklärt.

Sept. 1992Aufnahme der Gasmaschinenzentrale in die vorläufige Denkmalliste als ein bedeutender Industriebau der 20iger Jahre
(Stahlbeton-Skelettbau mit freitragender Dachkonstruktion über Stahlbinderpaaren).

Nov. 1992 Genehmigung einer AB-Maßnahme für zwei Mitarbeiter. Die ersten Arbeiten zur Sammlung von historischen Schriftgut und
technischen Anlagen werden in Angriff genommen.

31.08.1993 Die Gasmaschinenzentrale stellt die Produktion von energetischen Hilfsprodukten für die betrieblichen Verbraucher ein
(zuletzt wurde noch Pressluft für das Presswerk in das Druckluftnetz eingespeist).

Der Bau der
Gasmaschinenzentrale

Der Betrieb der
Gasmaschinenzentrale

Die Entwicklung nach
dem 2. Weltkrieg

Historische Daten zur
Gasmaschinenzentrale