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Der Betrieb der Gasmaschinenzentrale
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7 Großgasmaschinen im Einsatz


Die Gaszentrale um 1930


Einer der Warnhinweise an der
Wand der Gaszentrale
Die Großgasmaschinen arbeiten nach dem 4-TaktVerfahren. Die 2 Zylinder sind doppelt wirkend
und befinden sich in
Tandemanordnung. Die Zündung des Gas-Luft-Gemischs erfolgt durch spezielle
Zündapparate, die einen Lichtbogen erzeugen.
Die Abwärme der Maschinen wurde in Abhitzekes-
seln, die im Südanbau standen, genutzt. Die 3 MAN-Gebläse speisten einen
Abhitzekessel und jede
Thyssen-Gasmaschine hatte einen eigenen Abhitzekessel. Der von ihnen erzeugte Dampf war
ausreichend,
um eine 1-MW-Kondensationsturbine, die auf der Südseite stand, zu versorgen.
In den 30er und Anfang der 40er Jahre wurden im
Wesentlichen alle 3 MAN-Gebläse für die Ver-
sorgung der Hochöfen mit Wind, 1 Thyssen-Gasgebläse für die Versorgung des
Thomasstahlwerks
mit Glaswind und 2 Thyssen-Gasdynamos zur Erzeugung von Elektroenergie (je Maschine
ca. 2 MW) gefahren.
Anfangs speisten die Gasdynamos in das Fremdnetz, später nur noch auf
Inselbetrieb in das Werksnetz. Der Grund dafür waren
Frequenzprobleme bei schwankenden
Gichtgasverhältnissen.
Die Gasmaschinenzentrale galt damals als energetisches Herzstück der Maximilianshütte Unter-
wellenborn. Erster Abteilungsleiter der Gasmaschinenzentrale war der Ingenieur Hugo Hoffmann.
Überliefert sind die Namen der ersten Maschinisten.
Es waren Otto Wiefel, Paul Schalter, Hermann
Hoffmann und Otto Bock.
Ein wichtiger Teil der Gasmaschinenzentrale war die Trockengasreinigung. Sie bestand damals aus
sieben Filtern, die nach dem
System Halberg Beth arbeiteten. Das am Hochofen grob vorgereinigte
Gichtgas wurde in Filtersäcken feingereinigt und mit
Ventilatoren in das Gasleitungsnetz gefördert.
Die Hauptabnehmer waren die Cowper der Hochöfen, das Kesselhaus und die
Gasmaschinen-
zentrale. Als Puffer für das Gasleitungsnetz und als Reserve für Störungsfälle diente ein Scheiben-
gasbehälter
mit 12.500 Nm3 Fassungsvermögen.
In der Gasmaschinenzentrale kam es immer wieder zu Unfällen durch CO-Gasvergiftungen. Deshalb
waren exaktes Arbeiten
und hohe Aufmerksamkeit lebensnotwendig. Außer CO-Gas prägten Lärm,
Hitze und zum Teil schwerer körperlicher Einsatz
die Arbeitsbedingungen in der Gaszentrale.
Weitere wichtige Anlagenteile der Gasmaschinenzentrale waren:
- die Impfwasserpumpstation für die Kühlung der Blasformen an den Hochöfen und die Maschinen in
der Gasmaschinenzentrale,
- das Schalthaus mit elektrischen Schalteinrichtungen und Verteilungsanlagen.
- die Kompressorenstation für die Pressluftversorgung der Maxhütte,
- eine Druckluftanlage 25 atü zum Anfahren der Gasmaschinen,
- ein Gaskühler für das Reingasnetz zur Gasmaschinenzentrale System Kubiersky mit Kühlturm,
- Hauptrohrleitungen im Werk für folgende Energiearten: Kaltwind, Reingas, Pressluft, Blaswind,
- Gebläsehaus am Niederschachtofen mit 3 Kompressoren und 2 Gebläsen, das in den 50er und
60er Jahren im Zusammenhang mit dem Betrieb des Niederschachtofens errichtet wurde.





Der Bau der
Gasmaschinenzentrale
Der Betrieb der
Gasmaschinenzentrale
Die Entwicklung nach
dem 2. Weltkrieg
Historische Daten zur
Gasmaschinenzentrale
