Singeklub Maxhütte Unterwellenborn
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Zu den Jahren
1980 und 1981

Das Jahr 1979

Ein Hinweis : Wenn Ihr auf die kleinen Fotos klickt, bekommt Ihr sie in einem extra Fenster groß angezeigt...

1979 Das Jahr begann recht furios, denn Mitte Januar fand in Berlin eine Singe-Aktivtagung statt, zu der
der Klub eingeladen war. Migo hatte die Ehre, im Präsidium zu sitzen und durfte eine Rede halten. Nicht
die, die er eigentlich halten wollte, denn von der hatten die Zentralratsfuzzis nur Fragmente übrig gelas-
sen. Sie war zu sehr auf die Maxhütte bezogen und nicht republikmäßig repräsentativ genug für einen
Arbeiterjugend-Singeklub. Aber egal - der Singeklub bekam im Anschluß vom ewig lächelnden Egon
Krenz die Artur-Becker- Medaille in Gold überreicht und durfte am Abend in einer Live-Sendung das
Bierlied über die Bildschirme trällern. Kurz zuvor war übrigens auch das Spulenlied von Reinhard
Hofmann als Liedbeilage in der FF-Dabei abgedruckt worden.

Die Fotos : Spulenlied / Kreis-
werkstatt / Floh de
Cologne in der Hütte /
Urkunde vom Polit-
Festival

Wenig später, vom 9. bis 18. Februar, war der Klub wieder in Berlin - als Teilnehmer am 9. Festival des
politischen Liedes. Viel Auftritte gab es nicht, aber man war am Tag der DDR bei der Fernsehübertra-
gung dabei, Das Bierlied wurde gesungen und das Spulenlied und bei der Foyerfete machte der Klub vor
allem mit Singebewegungs-Oldies, wie "Schau her" oder "Sag mir, wo Du stehst Furore. Sehr interessant
war ein Treffen mit der Gruppe "Floh de Cologne", die zu dieser Zeit bereits an ihrem "Koslowsky" -
Programm arbeiteten, das u.a. in der oberpfälzischen Maxhütte angesiedelt war. Klar, daß ihr Interesse
geweckt war, als sie von unserer Maxhütte hörten. Man vereinbarte ein Treffen in Unterwellenborn...

1979 war ein kalter Winter - nicht nur um die Jahreswende, als die Insel Rügen im Schneechaos versank, auch im Februar meldete sich der Winter
nocheinmal mit Macht zurück. Aber auch im Singeklub herrschte tagelang eine frostige Stimmung. Ursache war. daß es schon geraume Zeit Span-
nungen zwischen Reinhard Hofmann auf der einen und Bernd, Thomas und Migo auf der anderen Seite gegeben hatte, die sich nun entluden. Nach
einer langen und nervenaufreibenden Diskussion trennten sich die Wege von Reinhard und Singeklub. Man konnte einfach nicht mehr miteinander...
Trotz allem - bei späteren Begegnungen, und die waren recht häufig, da Reinhard ja Mitglied der Bezirksberatergruppe war, war das Verhältnis zwischen
ihm und dem Klub immer ein entspanntes und freundschaftliches Miteinander.

Die Fotos : Zeitungsausschnitte
zum Festival des po-
litischen Liedes 1979
u. Text des Wiegen-
liedes

Zurück vom Festival wurde in Unterwellenborn erstmal wieder professionell "geblödelt. Anders gesagt:
Bereits im November 1978 hatte man sich in Singeklub und Tanzgruppe des Ensembles wieder Gedan-
ken um den Fasching gemacht. Keine Neu auflage des vorangegangenen Programms sollte es werden,
sondern etwas völlig Neues - mit einem Motto. Irgendwer war auf die Idee gekommen, daß der Höllenfürst
(Migo) mit seinen teuflischen Gesellen (Singeklub und einige Mitglieder der Tanzgruppe) die trägen
und prüden Engel und vor allem Engelinnen der Tanzgruppe samt ihres Anführers Petrus überfallen und
zu orgiastischem Treiben während der tollen Tage verführen sollten. So kam es auch - und Unterwel-
lenborn erlebte zwei Faschingsbälle, die später nie wieder in ihrer Qualität übertroffen werden sollten.
Dies war nämlich das letzte Mal, daß Singeklub und Tanzgruppe sich der Mühe unterzogen, ein solch
aufwändiges Programm zu erarbeiten.

Die Fotos : Das höllisch-himmlische Trei-
ben zum Fasching 1979 in Unterwellenborn

Über die Tanzgruppe jedoch lernte der Singeklub einen Pianisten kennen, der dort als freiberuflicher Korrepetitor arbeitete, über ein eigenes Rhodes-Piano ebenso verfügte wie über grundlegende musikalische Kenntnisse auf dem Gebiet der Rockmusik. Eckard-Serjosha Stüven war willig, dem Klub beizutreten und traf dort auf die ebenso interessierten Neu-Mitglieder Ferdinand Frenzel und Jürgen Nabel, die schon Wochen zuvor zum Klub gekommen waren. Beide waren ebenfalls rockmusik-intressiert und somit eine willkommene Bereicherung für den Klub. Ferdinand brachte einen VOX AC 30 inclusive seiner Freundin Angelika Kästner und Jürgen einen kleinen Fender-Kofferverstärker mit. Über die FDJ-GOL hatte der Club bereits einen Hagstroem-Bass und einen Bassverstärker namens SAM (ein Orange-Nachbau) erhalten, der bis dato von Thomas bedient wurde. Dieser verlegte seine Tätigkeit nun mehr auf die Gitarrenbegleitung. Jetzt wurde es lauter in den Proben, denn Ferdinand bestand auf einer gewissen "Grundlautstärke" seiner Hagstroem und AC 30. Zu den Bezirkswerkstatt-Tagen, die wiederum im Mai in Unterwellenborn stattfanden, stellte der Klub kein neues Programm, sondern lediglich einige neue Titel vor, die er zusammen mit älteren in ein Mix-Programm einband.

Zum Pfingstreffen der FDJ war der Klub wieder vom Zentralrat eingeladen worden. Das hieß: Auftritte, für
die sogar Honorar bezahlt wurde, die notwendigen Proben und ansonsten Freizeit ohne Gängelung.
Größter und wichtigster Auftritt war zweifelsohne der auf dem Bebelplatz - eine Riesen-Singeveranstal-
tung, die auch im Fernsehen übertragen wurde. Bei den Proben traf der Klub auch Dean Reed wieder,
der schon einmal in Unterwellenborn zu einem Konzert war und Ferdinand hatte endlich jemanden gefun-
den, mit dem er sich über amerikanische Rockstars unterhalten konnte... Einen weiteren wichtigen Auftritt
gab es im Haus des Lehrers, bei dem auch Manfred Krug mit der Fischer-Band auftrat und sich sofort an
Halle und den Singeklub Maxhütte erinnerte.

Die Fotos : Berlin - Pfingsten 1979 -
Jugendtreffen zum 30. Jahrestag der DDR

Bereits Anfang Mai hatte eine Journalistin der Gewerkschaftszeitung "Tribüne" Migo gesteckt, daß es für
den Klub in diesem Jahr noch eine sehr hohe Auszeichnung geben sollte - wahrscheinlich den Kunstpreis
des FDGB. Und die gab es dann tatsächlich auf einem Empfang in Berlin am 1. Juli, zu dem Monika Roth,
Detlev Kämmer und Migo fuhren. Es war übrigens der gleiche Fahrer, der 1974 den Unfall auf dem Weg
zur Jugendhochschule gebaut hatte - aber diesmal kamen alle heil ans Ziel und zurück. Bei der Feier
nach der Medaillenübergabe lernten die Klubmitglieder auch Gisela May kennen, mit der ein Auftritt in
Unterwellenborn vereinbart wurde, der dann tatsächlich im November stattfand.

Die Fotos : Die Ur-
kunde, Grußschrei-
ben und Telegramme
zum Kunstpreis des
FDGB 1979

Ein Kunstpreis mit Urkunde allein ist schon etwas Feines - verzuckert wurde das Ganze noch mit einem Scheck über 16.000 Mark. Hinzu kamen noch
knapp 2500 Mark Honorar vom Pfingsttreffen, so daß der Klub über ein ordentliches Sümmchen für den Kauf von Instrumenten und Technik verfügte.
Zu Hause in Unterwellenborn gab es einen Empfang im Jugendzimmer mit Grußworten der lokalen Prominenzen, Telegramme und Glückwünsche zu
Hauf. Dann war erst einmal Sommerpause - und ab September probte der Klub ohne Migo weiter. Dieser hatte bereits zum Pfingsttreffen gegenüber
dem Leiter der zentralen Beratergruppe seinen Austritt aus dem Gremium erklärt und es mit beruflichen und familiären Gründen erläutert. Die gleichen
Gründe waren es auch, daß Migo den Klub verließ. Er hatte 1978 ein Fernstudium begonnen, im Kulturhaus ein neues Aufgabengebiet übernommen,
zu Hause waren inzwischen 3 Kinder - alles in allem wollte er etwas kürzer treten. Und bis Ende des Jahres hielt er das auch durch. Der Klub probte
weiter mit seiner nun schon sehr versierten Band um Ferdinand, nahm an einem Jugendtreffen im Oktober in Kar- Marx-Stadt teil - allerdings gab es
kein inhaltliches Programmziel, auf das hingearbeitet wurde.

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